SIM DEMO DE-ES

Edward Snowden Asyl gewähren

Sondersitzung des Bundestages zu den Abhöraktivitäten der NSA und den Auswirkungen auf Deutschland und die transatlantischen Beziehungen

Frau Präsidentin! Auch von uns alle guten Wünsche für Sie.

Meine Damen und Herren!

Wir haben es mit einem Skandal zu tun, der in seinem Ausmaß in dieser Art bisher noch nicht vorgekommen ist. Er bringt die Bevölkerung dazu, sich eine Vielzahl von Fragen zu stellen. Die erste Pflicht der Regierung wäre gewesen: Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung. Sie haben aber in Wirklichkeit das Gegenteil betrieben.

(Beifall bei der LINKEN)

Was haben eigentlich die amerikanischen und britischen Geheimdienste gemacht? Sie nutzen die Internettechnologien, um jedes Land in der Welt auszuspähen, egal ob Freunde oder Feinde. Das spielt für sie gar keine Rolle. Es sind fünf Länder, die das machen, die berühmten „Five Eyes“, die fünf Augen: die USA, Großbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland. Nur untereinander spionieren sie nicht; aber den ganzen Rest der Welt spionieren sie aus. „Untereinander“ stimmt allerdings auch nicht ganz   ich werde Ihnen von einem Trick berichten  : Der NSA ist es nämlich verboten, in bestimmten Fällen US-Bürgerinnen und US-Bürger abzuhören. Das macht dann für sie der britische Dienst und schickt ihr die Daten. So wird da getrickst. Das ist die Realität, um die es geht.

Das Ganze steht unter dem Stichwort Bekämpfung von Terrorismus, von Drogenkriminalität. Eine flächendeckende, umfassende Überwachung der Bevölkerungen fast aller Staaten hat etwas mit der Bekämpfung von Terrorismus und Drogenkriminalität zu tun? In welchem Verdacht steht eigentlich unsere Kanzlerin, wenn auch deren Handy abgehört wird? Ich glaube, bei dieser Begründung wird es doch grotesk.

(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Ich muss ganz klar sagen: Von der Existenz und dem Umfang dieses Überwachungssystems wissen wir nur durch Edward Snowden. Es ist sein großes Verdienst. Er ist kein Krimineller, sondern er will die Weltbevölkerung vor Kriminalität schützen.

(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Zuruf von der LINKEN: Bravo!)

Was hat er schon erreicht? Er hat eine andere Sensibilität erreicht. Ich hoffe, dass sich vieles ändern wird. Deshalb schulden wir Edward Snowden Dank. Es gibt einen sehr schönen Satz von Christa Wolf in ihrem Roman Kassandra. Dort heißt es:

Das alte Lied: … Und dass wir lieber den bestrafen, der die Tat benennt, als den, der sie begeht:

Genau das muss sich ändern.

(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Aufgrund der Veränderungen, die wir erlebt haben, schlage ich vor, Edward Snowden den Friedensnobelpreis zu verleihen. Er hat ihn verdient.

(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Uwe Kekeritz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Zuruf von der LINKEN: Bravo!)

Ja, er hat ihn verdient.

(Zuruf von der CDU/CSU)

– Ob sie sich nach meinem Vorschlag richten, ist eine andere Frage. Aber vorschlagen darf ich es doch noch. Oder darf ich das auch nicht mehr?

Was wissen wir? Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der US- und der britischen Botschaft haben direkt hier im Regierungsviertel abgehört. Warum haben Sie – die Bundesregierung, der Außenminister – nicht den Mut, jede einzelne dieser Personen zur Persona non grata zu erklären? Das sieht das Völkerrecht in einem solchen Falle vor. Dann müssten sie innerhalb einer bestimmten Frist Deutschland verlassen, und die US-Regierung und die britische Regierung wüssten: Wir dulden eine solche Vorgehensweise nicht. Das wäre doch wohl das Mindeste.

(Beifall bei der LINKEN)

Wir haben es also mit einem massenhaften Abhören der Bürgerinnen und Bürger – bis zum Handy der Kanzlerin -, aber auch der Unternehmen zu tun. Wir wissen, dass die britischen und amerikanischen Militärstützpunkte als Horchposten genutzt werden. Und wir wissen, dass es Industrie- und Wirtschaftsspionage mit Milliardenschäden für Unternehmen in unserem Land gibt. Nicht mal da werden Sie wach; nicht mal da unternehmen Sie wirklich etwas, um dies auszuschließen.

Die Briten und Amerikaner zapfen Internetkabel an Knotenpunkten an, zum millionenfachen Absaugen von Daten. Es ist schon gesagt worden: Google, Amazon, Facebook, Twitter und Microsoft geben auf Anfrage Daten an die Geheimdienste weiter. Und nun haben wir gehört, dass auch noch die Server dieser Kommunikationskonzerne angezapft worden seien, ohne dass die Konzerne es wussten. Es wird immer abstruser. Ich sage noch einmal: All diese Informationen verdanken wir Herrn Snowden. Er hat noch nie gelogen. Was er gesagt hat, hat sich immer als wahr herausgestellt.

(Thomas Stritzl (CDU/CSU): Sagt das Washington, oder was?)

Es gab immer eine Zusammenarbeit des BND mit britischen und amerikanischen Diensten. Der Datenaustausch war immer recht einseitig: Es ging mehr aus Deutschland dorthin als umgekehrt. Das war vor den Terroranschlägen vom 11. September so, und danach auch. Das hat sich im Kern gar nicht geändert. Der BND hat den britischen Geheimdienst mit modernster Spionagetechnologie beliefert.

Es gab schon einmal einen Fall von Wirtschaftsspionage: das Programm Echelon. Da gab es einen Untersuchungsausschuss der Europäischen Union. Er hat dann festgestellt, dass es keine Zweifel mehr an der Existenz eines globalen Kommunikationsabhörsystems geben kann, das von den USA, Großbritannien, Australien, Neuseeland und Kanada betrieben wird, also wiederum von den „Five Eyes“; das hat der Untersuchungsausschuss 2001 festgestellt. Jetzt haben wir 2013, und es ist nichts geschehen.

Herr Bundesminister Friedrich, Sie waren ja in den USA. Dann kamen Sie wieder und sagten, Sie sind jetzt vollständig aufgeklärt; es ist alles in Ordnung. Ich muss Ihnen sagen: Sie haben sich einlullen lassen.

(Beifall bei der LINKEN, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Oder haben die Ihnen erzählt, dass sie gerade noch dabei sind, die Kanzlerin abzuhören? Und dann stellt sich der Kanzleramtschef Pofalla hin und sagt: Das Thema ist erledigt; es ist alles erledigt. – Wann haben Sie sich denn jetzt mal bei der Bevölkerung entschuldigt und gesagt: „Wir sind getäuscht worden, wir haben uns geirrt“? Ich meine, Sie müssten sich doch wenigstens mal dafür entschuldigen.

(Beifall bei der LINKEN, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Ich will auch noch etwas anderes sagen, das mir wichtig ist: Ich verstehe, dass die USA, Großbritannien und Frankreich 1949 und danach Deutschland ausspioniert haben. Es gab ein tiefes Misstrauen gegenüber unserem Land. Aber wir haben nicht mehr 1949, wir haben 2013. Inzwischen führen Sie – wenn auch gegen unseren Willen – gemeinsam Kriege wie in Afghanistan. Dann derartig ausspioniert zu werden, ist unverschämt und nicht hinnehmbar. Dagegen muss man etwas tun, dagegen muss man sich wehren.

(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)

Ich habe schon gesagt: Jetzt geht es um Aufklärung. Dazu brauchen wir Edward Snowden. Eine Befragung in Russland – ich bitte Sie! – ist doch indiskutabel. Stellen Sie sich mal vor: Ein Staatsanwalt oder Mitglieder des Untersuchungsausschusses befragen Snowden in Russland.

(Thomas Stritzl (CDU/CSU): Sie kennen die Lage da, ne?)

Dann macht er sich strafbar, indem er antwortet. Und dann sagen wir zu Putin: Kümmere dich um seine Sicherheit! – Na, sagen Sie mal, das ist doch wohl grotesk.

(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Ich weiß gar nicht, seit wann Ihr Sicherheitsverhältnis zu Putin so eng ist.

Die Bevölkerung hat einen Anspruch auf Aufklärung. Und Sie haben recht, Herr Bundesminister. Sie sagen: Wenn Bürgerinnen und Bürger und die Kanzlerin abgehört wurden, dann sind das Straftaten, dann muss ermittelt werden. – Aber wie wollen Sie das ohne Snowden ermitteln? Das geht ja überhaupt nur, wenn Sie den Zeugen Snowden hören. Deshalb müssen wir ihm die Sicherheit gewähren.

Ich sage es ganz klar: Deutschland ist erst dann souverän, wenn es Herrn Snowden anhört, ihn schützt, ihm Asyl gewährt und seinen sicheren Aufenthalt organisiert – dann ist Deutschland souverän, vorher nicht.

(Beifall bei der LINKEN – Zuruf von der LINKEN: Bravo! – Zuruf von der SPD: Wie?)

Wenn Sie „Wie?“ rufen, dann sage ich Ihnen: Wenn unsere Dienste nicht einmal das können, dann sollen sie dichtmachen. Das ist ja wohl das Mindeste, was wir gewährleisten können müssen.

(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)

Jetzt komme ich zu der Frage – sie ist auch interessant -, wie das alles überhaupt rechtlich läuft. Ich habe mich ein bisschen damit beschäftigt. Es gab die Pariser Verträge, die 1955 in Kraft getreten sind. Das hat Adenauer gemacht, um der Bevölkerung sagen zu können: Das Besatzungsstatut ist aufgehoben worden. – Das Problem war bloß, dass die Amis sagten, sie würden gerne ihre alten Rechte behalten. Deshalb sind Geheimverträge abgeschlossen worden. Ich hatte naiverweise erwartet, dass diese Verträge im Zuge der 2+4-Gespräche aufgehoben wurden. Sie wurden aber nicht aufgehoben, weil nämlich nur Abkommen mit allen vier Mächten aufgehoben wurden, nicht aber Abkommen mit drei Mächten, mit zwei Mächten oder mit einer Macht. Da war zwar alles, was mit den Russen und den anderen drei Mächten gemeinsam vereinbart war, heraus, aber der Rest blieb; und das geht nicht. Jetzt haben Sie erklärt: Im Sommer sind diese Verträge für unwirksam erklärt worden. – Wie eigentlich? Ich würde gerne einmal die Noten sehen. Was stand da eigentlich drin? Es gab auch neue Verwaltungsvereinbarungen. Sie sehen: Das ist alles ein Wirrwarr, der nicht mehr zu erklären ist. Vergessen Sie auch nicht das Aufenthaltsabkommen und das NATO-Truppenstatut. Auch hier haben sie Rechte, die fast an die Besatzungszeit erinnern. Ich kann nur sagen: Auch hier muss sich einiges ändern.

(Beifall bei der LINKEN   Dr. Günter Krings (CDU/CSU): War das im Warschauer Pakt?)

Ich möchte jetzt wissen: Welche Verträge sind nun aufgehoben, welche gelten noch, und was steht da drin? Ich finde, die Bürgerinnen und Bürger haben einen Anspruch darauf, das zu erfahren.

Ich möchte, dass eine weitere Frage beantwortet wird. In Wiesbaden wird gerade ein gigantisches Geheimdienstzentrum der NSA aufgebaut. Wer hat das eigentlich erlaubt? Von wem geht das aus? Was sollen die da betreiben? Auch hier hat die Bevölkerung doch einen Anspruch auf Informationen. Möglicherweise muss man den USA diesen Bau eben versagen.

(Beifall bei der LINKEN)

Es gibt noch etwas, was mich interessiert. Herr Bundesinnenminister, ich nenne Ihnen vier Varianten – advokatisch -, wenn es um die Frage geht: Was haben eigentlich unsere Dienste in Bezug auf die Rechtsverletzungen durch britische und amerikanische Dienste getrieben?

Die erste Möglichkeit ist: Sie haben sie dabei unterstützt. Dann haben sie gegen das Grundgesetz verstoßen, sich an Straftaten beteiligt, und das müsste sehr ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen.

Die zweite Möglichkeit ist: Sie haben es nur gewusst, aber nicht unterstützt. Dann müssen sie aber die Bundesregierung informiert haben. Wenn die Bundesregierung informiert war, aber nichts erklärt hat, dann haben Sie das Grundgesetz verletzt, dann haben Sie Ihren Amtseid verletzt, und dann haben Sie großen Schaden angerichtet.

(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN   Dr. Günter Krings (CDU/CSU): Abstrus!)

Wenn die Dienste es gewusst haben und die Bundesregierung nicht informiert haben   dritte Variante  , dann haben sie wiederum so eine schwere Pflichtverletzung begangen, dass wir schon wieder über ihre Zukunft diskutieren müssen.

Dann gibt es noch eine vierte Möglichkeit: Sie haben es gar nicht gewusst. Aber dann sind sie so was von unfähig, dass man sie auflösen kann. Darauf darf ich doch hinweisen!

(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Ich habe folgende Frage: Gibt es denn Spionageabwehr nur gegen den Osten, nicht gegen den Westen? Dürfen wir Milliardenschäden, zum Beispiel in der Wirtschaft, zulassen, bloß weil wir uns nicht trauen, gegenüber den USA eine Spionageabwehr zu organisieren? Auch das geht nicht.

Es gibt immer zwei Einwände, die auch Sie benutzt haben: Der eine Einwand betrifft die Wertegemeinschaft und der andere die Freundschaft mit den USA. Es gibt gemeinsame Werte zwischen den USA und Deutschland, aber es gibt auch Kriege wie in Vietnam, in Afghanistan oder im Irak. Es gab den Militärputsch in Chile mit der Ermordung von Allende. Es gibt das Gefangenenlager Guantánamo, wo täglich Menschenrechte verletzt werden. Es gibt den Krieg mit Drohnen.   Eine Wertegemeinschaft nutzt nichts, wenn man bei der Verletzung von Werten nicht deutliche Kritik übt, und genau das machen Sie nicht.

(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Ich bin kein Antiamerikanist, überhaupt nicht. Ich bin gerne in den USA und spreche gerne dort mit den Menschen. Aber eines sage ich Ihnen: Freundschaft, wie Sie sie sich vorstellen, gibt es nicht. Mit Duckmäusertum und Hasenfüßigkeit

(Dr. Günter Krings (CDU/CSU): Oje, oje!)

erreicht man keine Freundschaft, sondern das Gegenteil.

(Beifall bei der LINKEN)

Nur dann, wenn wir gegenseitige Achtung und gegenseitigen Respekt herstellen, kann es eine wirkliche Freundschaft geben.

Dazu brauchen Sie als Bundesregierung Mumm. Sie müssen der US-Regierung sagen: Schluss, aus; wir hören Snowden und schützen ihn. – Dann erst sind wir wirklich souverän. Sie müssen fordern: Verhandelt mit uns auf Augenhöhe! – Dann kriegen wir auch eine Freundschaft mit den USA hin. Was Sie machen, ist Duckmäusertum. Das kenne ich seit Jahrzehnten, und ich bin es so was von leid.

(Beifall bei der LINKEN   Widerspruch bei der CDU/CSU)

  Ja, haben Sie endlich mal den Mumm! Genau so sind Sie hier auch. Ist doch nicht zu fassen!

(Bartholomäus Kalb (CDU/CSU): Das ist nicht gut für Ihr Herz und den Blutdruck!)

Zum Schluss sage ich Ihnen: Wenn Sie nichts machen – Herr Friedrich, Sie haben gesagt, Sie verhandeln mit denen -, wissen Sie, was Sie diesen fünf Ländern damit eigentlich sagen? Sie sagen ihnen damit: Macht ruhig weiter so, von uns habt ihr nicht den geringsten Nachteil zu erwarten! – Ich wiederhole: Das verletzt schwer den Eid, den Sie geleistet haben, nämlich Schaden von unserer Bevölkerung abzuwenden.

Ich möchte, dass Sie jetzt den Mumm haben, die Beziehung auf eine andere Grundlage zu stellen, auf die Grundlage der Gleichberechtigung. Das ist nicht zu viel und das ist nicht zu wenig verlangt. Die Weltmacht mit ihren Weltmachtallüren muss endlich begreifen, dass wir ein gleichberechtigter Partner sind und nicht jemand, mit dem man machen kann, was man will. Dazu brauchen Sie eine grundsätzlich andere Haltung, Frau Bundeskanzlerin und Herr Friedrich.

(Beifall bei der LINKEN)

Language enhancement exercises for conference interpreters

“At advanced levels, where grammar has been more or less mastered, the main difference between foreign students and native speakers is that the latter have been exposed to their language for many years, over thousands and thousands of hours. As a result they have a wider cultural and contextual understanding of the language, a wider vocabulary and a commands of a wider range of registers. Constant contact with the language and the subjects that are discussed in that language mean that native-speakers have a huge head start on foreign learners.” (From Conference Interpreting – a Student’s Practice book, Andrew Gillies)

Interpreting students therefore have to make a continued effort (over and above the long periods of time spent in the countries where their foreign languages are spoken) to expand their knowledge of their languages, not just in terms of technical vocabulary but also in terms of register and cultural knowledge. In this film Andy Gillies presents 3 exercises, which, if done regularly, can help you to catch up with native-speakers.

 

Intérprete 4.0

Happy Summer 2016!

La interpretación de conferencias está rodeada de cierta nostalgia; como toda disciplina moderna cuyos orígenes se remontan a un puñado de generaciones, tiende a obsesionarse con su pasado, con aquellos momentos históricos en los que el intérprete fue clave.

Hoy en día muchos profesionales siguen aferrados a ese pasado, tendiendo a olvidar el medio siglo que ha pasado desde entonces. Todo ello a pesar de que ya no se hace política como entonces y ni líderes ni necesidades son iguales. La interpretación de conferencias se ha profesionalizado: más lenguas, más foros, más escuelas de interpretación, más tecnología, más de todo. Ha llovido mucho, y no a gusto de todos, desde Nuremberg.

Estos nuevos tiempos plantean necesariamente un examen de la profesión porque los intérpretes, formados para trabajar bajo un alto grado de presión, y con mayor nivel de exigencia, tienen difícil encaje fuera de su entorno laboral natural. Por ello, hablar de presente, y mucho más de futuro, resulta difícil pero prioritario. ¿Ha muerto la interpretación? ¿Existe un futuro? ¿Para qué estudiar esta disciplina en la actualidad? Estas son algunas de las preguntas que ahora flotan en el ambiente porque nadie pensó que este futuro laboral llegaría tan rápido. Y sí, ese futuro ha llegado para muchos mercados marcados por la crisis, el intrusismo, la precariedad, el exceso de profesionales capacitados y cualificados o la muerte del multilingüismo entre otros males.

Por eso es necesario plantearse las preguntas existenciales: ¿hay futuro?, y de ser así, ¿para quién?. No creo que esa pregunta tenga una única respuesta, los perfiles, caracteres, destrezas personales o espíritu empresarial marcarán la diferencia, pero sí creo que hay futuro para la interpretación de conferencias, un futuro diferente, eso sí, en el que cada uno tendrá que jugar todas sus bazas y diversificar. Sólo así el mercado, cada vez más dinámico, flexible y competitivo, nos aceptará.

La clave de esa diversificación a mi entender está en atreverse a “pensar diferente”, a ser creativo utilizando todas las herramientas que ya dominamos y que hoy, en un mundo marcado por la comunicación y la tecnología, son fundamentales. Perseverar, probar y fracasar, probar y acertar son la clave. Pretender mantener las fórmulas que funcionaban hace décadas y no adelantarnos a los cambios, intuyéndolos, viendo las necesidades que no paran de surgir, sólo llevará a la frustración y el fracaso. Todos podemos reorientar nuestras carreras con salidas tan, o más, gratificantes que nuestro trabajo actual, al que pueden sumarse sin que este se pierda. Ser un intérprete 4.0.

Si, por tanto, existe un futuro, pendiente de una reorientación profesional, ¿podemos decir lo mismo de las escuelas de interpretación? Una vez más la respuesta depende de las expectativas. Hoy en día ninguna formación asegura el puesto de trabajo inmediato, en eso los alumnos de interpretación no son diferentes a los de arquitectura o filosofía, por ejemplo, y esas facultades están tan llenas como las nuestras. Probablemente, la clave está en los alumnos de hoy, mucho mejor informados y versátiles que sus predecesores, alumnos que escogen sus estudios por gustos o intereses personales, a sabiendas de cuál será el mercado laboral que encontrarán. Estudian lo que les llena a pesar de ser conscientes del futuro profesional incierto que les espera. Es el “flechazo”, o el reto intelectual, lo que les mueve. Disfrutan, y sufren, con lo que estudian porque la satisfacción de una consecutiva bien hecha, en el entorno laboral o académico, sigue siendo tan gratificante hoy como hace cuarenta años. El mercado, y lo que traiga, es algo que sólo se plantea más adelante.

Quizá ese sea el mejor enfoque, el disfrutar de lo que hacemos mientras lo hacemos porque así es como surgen las ideas, y por ende las oportunidades. No nos dejemos atenazar por un futuro que siempre será incierto y atrevámonos a probar, y probar.

Lourdes.

I WISH I’D KNOWN…

After reading Modern Languages at Oxford, and training as a conference interpreter at the European Commission, Frances Calder has worked successfully on the institutional and private markets for forty years, and counting. In this video she discusses the reasons why you might decide not to become an interpreter. It is intended to provide a counter-balance to much of the Internet’s content on interpreting as a career – this is sometimes a little too enthusiastic and starry-eyed, with little input about what you need to survive as long as she has in what has never been an easy market.

Having said that, she thinks that anyone who is not discouraged after watching the video should ignore her, and carry on, armed with a more realistic view of their future career. Start by paying very close attention indeed to the quality and outcomes of the courses on offer.

Le plaisir comme moteur et facteur de réussite

Les études d’interprétation sont des études enrichissantes mais exigeantes au cours desquelles l’étudiant, comme plus tard l’interprète, s’expose. Il y apprend à exercer son art en direct et sans filet, si ce n’est celui de sa préparation. La progression non linéaire dans l’acquisition puis la maîtrise des techniques d’interprétation, peut entraîner, même chez l’étudiant le plus doué, des phases de doute. C’est le plaisir qu’il prend à interpréter qui lui permettra de les surmonter et de continuer à aller de l’avant sans perdre l’objectif de vue. C’est lui qui lui permettra de se remettre à l’ouvrage et d’aller toujours plus loin, plus haut, plus fort, en se dotant des moyens nécessaires pour ce faire : le travail régulier et approfondi, les entraînements, les séjours à l’étranger…etc…

La vidéo est courte, mais j’espère qu’elle vous donnera envie et, si le sujet et son articulation avec la motivation intrinsèque et la gestion du stress vous intéresse, vous pourrez en savoir plus en lisant l’article suivant, rédigé à l’issue d’un projet de recherche appliqué réalisé avec des étudiants de l’ISIT : BORDES, S., Dans quelle mesure la motivation et la dimension psychoaffective jouent-elles un rôle déterminant dans l’apprentissage de l’interprétation de conférence ? In : D’AMELIO Nadia (dir.). La recherche en interprétation : fondements scientifiques et illustrations méthodologique. Mons : Centre International de Phonétique Appliquée de Mons, 2013, p. 71-86

Sarah Bordes, Directrice de l’interprétation et du développement international, ISIT, Paris.

InterpretimeBank

InterpretimeBank

InterpretimeBank is an online community for professional interpreters and interpreting students. It was created in August 2014 by a group of former classmates who wanted to create a network of professional interpreters working worldwide, to foster knowledge exchange and to have a platform that could be used as a life-long learning tool.

Interpretimebank is not meant to replace on-site training, instead it allows you to easily access a pool of qualified peers willing to help you practise. Living far away from a practice group, or being unable to afford a course is no longer a reason to stop you from polishing your skills. All you need is to be willing to give your time.

How it works

If you need someone to listen to your interpretation and give you feedback, it is as easy as posting an exchange requesting feedback and waiting for another InterpretimeBank member to reply. The platform will automatically match your language combination with that of other members with relevant combinations for your needs. All you have to do is specify the time and date that suits you best for the exchange to take place.

Once you have a partner for the exchange, you can communicate privately to specify further details (speech to be interpreted, modality and goals). You are free to decide how the exchange takes place ̶ via Skype, Hangouts or any other platform of your preference. The Interpretimebank platform will keep track of the duration of the exchange. During the session, you will spend time (our currency) and the person listening to you will earn time that will be credited to their account.

You can also participate in exchanges posted by other members, listen to their interpretations and give them feedback. By doing so you will earn time credit that will be saved up in your account. If you run out of credit time, because you had many people listening to you, you can earn some by either participating in other users’ events or by purchasing time units.

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AIIC Conversations

AIIC presents CONVERSATIONS – a series of talks among conference interpreters about their profession and craft. Created by Lourdes de Rioja and Luigi Luccarelli with AIIC coordination and support by Gisèle Abazon, CONVERSATIONS will be rolled out in September 2016 with four videos exploring the lives of diverse groups:

Interpreters working on staff at international organizations …
Consultant interpreters serving a broad clientele …
Young interpreters addressing how they entered the field …
Trainers commenting on trends in professional development.

Watch for more information on AIIC’s website and social media channels. And come back in September to join us in the conversation!

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